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Reise Service

Einmal mit dem Camper auf die Kanaren – Routen, Kosten, Fahrzeiten.

Unterwegs zur Atlantikfähre – Nordsüd durch Kontinental-Europa.

Einmal mit dem Camper oder Wohnmobil auf die Kanaren: Für viele ein lang gehegter Traum! Die Gründe für diese Sehnsucht sind ganz unterschiedlich: Ein paar Monate surfen, bevor die Jugend endgültig vorbei ist und der Alltagstrott beginnt, oder eben diesem Trott zu entkommen. Viel Sonne und ganzjährig frühlingshafte Temperaturen an herrlichen Sandstränden locken. Der entspannte Lifestyle der gastfreundlichen Canarios motiviert zum Nachmachen und die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Deutschland oder Österreich sind gering, gegenüber der Schweiz sind diese sogar infernal niedrig. Möglich macht das die EU Sonderwirtschaftszone, fehlende Zölle, eine niedrige Verbrauchssteuer und andere wirtschaftliche Anreize. Doch das alles hat für den automobilen Touristen auch eine Schattenseite: Mit einem EU Kennzeichen darf der Reisende nur einen Monat unterwegs sein, danach wird ein grünes Kennzeichen für drei Monate fällig, dann heisst es Import oder „¡hasta luego!“. Wie sich die Sache mit Führerschein und Kennzeichen genau verhält, siehe „Links + Tipps“ unten.

Offroad Camper auf der Sonneninsel Fuerteventura.

Offroad Camper auf der Sonneninsel Fuerteventura.

Kanaren Urlauber, die nach Lanzarote oder Fuerteventura wollen, starten mit der Fähre ab Cádiz. Wie sich die ruppige Atlantik Passage im Detail darstellt, schildern die Artikel „Ritt über den Atlantik – von Cádiz auf die Kanarischen Inseln.“ und „Ritt über den Atlantik. Das grosse Follow-up 2020.“ (siehe Links + Tipps). Alle anderen steuern den Hafen von Huelva an, der unweit nördlich von Cádiz liegt, von dem aus Columbus in die neue Welt aufbrach.

PKW Deck der Atlantik Fähre Cádiz nach Lanzarote und Fuerteventura.

PKW Deck der Atlantik Fähre Cádiz nach Lanzarote und Fuerteventura.

Ein Blick auf die Europakarte eröffnet: Spanien ist verdammt gross! Vor allem für Nordlichter wird die Anreise nach Cádiz und Huelva eine brutale Sache werden. Jene, die viel Zeit haben, sollten aus dem Unternehmen daher besser einen entspannten Roadtrip gestalten. Jede der drei möglichen Hauptrouten hält landschaftliche und historische Juwelen bereit. Schade, diese einfach links liegen zulassen, wenn es die Zeit zulassen würde, sie zu entdecken. Bis die spanische Grenze erreicht ist, geht es je nach Streckenwahl durch Belgien, Frankreich, die Schweiz oder Norditalien. Dichter Verkehr, viele Baustellen und Staus warten. Besonders die Route durch die Schweiz ist aktuelle eine nervenzerreissende Sache. Von Lustenau in Vorarlberg bis Genf reiht sich eine Baustelle an die andere, durchgehend Stau, um Zürich, Bern und Genf völliger Stillstand. (stand Winter 2020). Die gute Nachricht: Sobald Spanien erreicht ist, wird es entspannt. Das Land deutlich grösser als Deutschland mit geringerer Einwohnerzahl ist weit, die Strassen breit und leer und nur um die Hotspots wie Barcelona, Valencia oder Alicante, wird zur Rushhour der Verkehr dichter. Ansonsten Tempomat einschalten, entspannt dahingleiten und die grandiose Landschaft geniessen.

Von Cádiz nach Innsbruck – Übersichtskarte.

Von Cádiz nach Innsbruck – Übersichtskarte.

Die Varianten – 3 Hauptrouten führen nach Huelva + Cádiz.

Die Westroute via Frankreich.
Je nördlicher die Reise Richtung Cádiz oder Huelva beginnt, desto eher wird die „Westroute“ gewählt. Sie führt durch Belgien und oder Frankreich, weiter nach Tours, Bordeaux, Bilbao im Baskenland, Salamanca, Sevilla und erreicht dann Huelva etwas später Cádiz. Grosser Vorteil, auch im Winter sind extreme Wetterbedingungen selten, da die Pyrenäen östlich liegen gelassen werden. Auf den beiden Alternativrouten sieht das schon anders aus.

Die Westroute via Schweiz.
Süddeutsche, Westösterreicher oder Schweizer, können die Route München, Innsbruck, St.Gallen, Zürich, Bern, Genf, Chambéry, Grenoble, Valence, Nimes, Montpellier, Barcelona, Valencia, Sevilla, Huelva + Cádiz wählen. Bereits im Herbst oder auch noch im Frühling, kann bei Wintereinbrüchen die Autobahnpassage von Chambéry nach Grenoble und hinunter nach Valence kein Vergnügen sein. Wetterbericht checken und ggf. keinesfalls ohne Winterreifen starten! Der Transit durch die Schweiz war immer schon das Nadelöhr der Route und katastrophal. Durch die vielen Baustellen, die auch das gesamte 2021 bestimmen werden, ist sie zum Desaster geworden. Besser die Italien Variante wählen, die zwar 100 Km länger ist, aber aktuell schneller. Nach der Schweiz, sollte möglichst die Rushhour um Montpellier, Barcelona und Valencia gemieden werden. Dann wird es an diesen Knotenpunkten extrem belebt auf der Autobahn.

Die Ostroute via Norditalien.
Süddeutsche und Westösterreicher können die Schweiz über Norditalien umfahren. Auf dieser Route stossen auch Ostösterreich via Kärnten und Osttirol im Ort Franzensfeste auf diese Route. Von München geht es für alle anderen via Innsbruck über den Brenner nach Bozen, Verona, Brescia, Cremona, Genua, Nizza, Cannes, Aix-en-Provence. In Nimes stösst die Italienvariante auf die Route via Schweiz und folgt demselben Verlauf, also über Montpellier, Barcelona, Valencia, Sevilla nach Huelva und Cádiz. Obwohl bei Brescia das Wirtschaftszentrum Italiens passiert wird, geht der Verkehr doch (fast) immer recht flüssig. Die Autobahnen sind mächtig, oft 8-spurig und auch hinunter nach Genua läuft es gut. Der Brenner, als der niedrigste Alpenübergang, ist auch im Winter fast immer harmlos. Unangenehm wird es allerdings and der französischen Küste, wenn der Ausläufer des Rohne Tals passiert wird. Die Düsenwirkung produziert extreme Winde, die noch am Cap Corse in Bonifacio auf Korsika Seeleuten das Fürchten lehren. Auf der Autobahn werfen die Winde regelmässig Sattelschlepper um, noch lieber Wohnwagenfahrer und für Motorradfahrer ist diese Passage der pure Horror. Überholmanöver von Sattelschleppern können lebensgefährlich werden: Hinein in den Windschatten, um kurz darauf unvermittelt einen Seitenwindschlag von locker 80 Km/h zu kassieren. Wer hier einen Fehler macht fliegt. Vor allem auf den vielen hohen Brücken, könnte das der letzte Sturz gewesen sein.

Gewalttour – in 3 Etappen nach Cádiz.

Reisende mit Ziel Kanaren Fähre, die es eilig haben, schaffen den Trip ab München bzw. Innsbruck in 3 Etappen. Voraussetzung ist körperliche Fitness, denn es heisst von morgens bis abends durchfahren. Im Schnitt sind 850 Km / 900 Km (Innsbruck / München) pro Tag zu bewältigen. Egal ob Camper oder Sportwagen, die Fahrzeit ist relativ ident, denn in der Regel heisst es durchgehend 110 Km/h. Besonders in Spanien sei ausdrücklich davor gewarnt, die Geschwindigkeit nicht einzuhalten. Die Guardia Civil Tráfico ist allgegenwärtig und erbarmungslos, sendet keine Anzeigen, sondern stoppt den Übeltäter sofort. Unwissenheit nutzt gar nichts. Diskussionen lassen sich die Beamten nicht bieten. Schnell sind einige tausend Euro fällig, die direkt per Kreditkarte zu entrichten sind. Um jede Bestechlichkeit auszuschliessen, werden Barzahlungen nicht akzeptiert. Spanien ist eben nicht Italien.

Fahrer, die innerorts 50 Km/h, Überland 70 Km/h plus am Tacho haben, sind ab dieser Übertretung Straftäter, echte Kriminelle und so werden sie dann behandelt inklusive Handschellen. Dann heisst es Ende der Reise und ab zum Schnellrichter. Es droht Gefängnis oder ein halbes Jahresgehalt Strafe, auch für Touristen. Alle Details der spanischen No-gos im Strassenverkehr, finden sich unter „Links + Tipps“ unten. Die Regeln des Gastlandes respektieren und das entspannte Spanien geniessen.

Die Guardia Civil Trafico allgegenwärtig und sehr bestimmt.

Die Guardia Civil Trafico allgegenwärtig und sehr bestimmt.

Langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass unterwegs am besten in den ibis Hotels der Accor Gruppe übernachtet wird. Einst sehr puritanische Fernfahrer Hotels, haben sie mittlerweile dieses Image abgeschüttelt und bieten soliden Schlafkomfort für unterwegs in sauberen, modernen Zimmern und das um rund 50,- Euro im Einzelzimmer pro Nacht. Das Konzept ist anhalten, schlafen und weiter. Für die Zeitökonomie gibt es nichts besseres. ibis Hotels liegen direkt an den Verkehrsrouten aber weit genug entfernt, um ruhigen Schlaf zu finden. Alle ibis Hotels bieten einen nachts versperrten, hell beleuchteten und videoüberwachten Parkplatz an, der fast immer gratis ist. So kann ohne Sorge um die Ladung im Auto geschlafen werden. Abends gibt es im Haus eine kleine Karte oder es finden sich Restaurants in Gehweite. Morgens wartet ein ausreichendes, schnelles und preiswertes Frühstück. Es lohnt, die Zimmer einige Tage vorher online zu buchen. Das ist meist nochmal einige Euro billiger oder es gibt das Frühstück als Draufgabe für online Bucher dazu. In der Hauptreisezeit sollte eine Woche vorher gebucht werden, da die Hotels beliebt und schnell ausgebucht sind.

Ibis Jerez de la Frontera.

Ibis Jerez de la Frontera.

Etappe 1 – von München bzw. Innsbruck nach Narbonne.

Die erste Etappe Richtung Huelva bzw. Cádiz, sollte gut ausgeschlafen angegangen werden, denn sie ist nicht nur kilometermässig die härteste. Sobald in Lustenau die Schweizer Grenze passiert wurde, reiht sich bis zur französischen Grenze eine Baustelle an die andere. Dazwischen der regelmässige Verkehrskollaps um die Städte St. Gallen, Zürich und Bern, der auch ausserhalb der Rushhour stattfindet. Ein Land im Verkehrskollaps. Kündigt sich dann endlich das Schild Genf an, meinen Anfänger: Geschafft! Grosser Irrtum, nun geht es los, endlos stauen bis zum Nadelöhr Grenze, Nerven behalten, dann in S-Kurven durch die Grenzstation, niemand kontrolliert, sinnlos, Ärger kommt auf. An die spanischen sommerlichen Weiten denken, die warten und entspannen.

Endloser Stau bis zur Französischen Grenze in Genf.

Endloser Stau bis zur Französischen Grenze in Genf.

Chambéry, es geht hinauf nach Grenoble in die Berge, kurvig, teils steil. Bei Wintereinbruch eine höchst unangenehme Strecke, die nicht gerade perfekt geräumt wird. Das sollte der Reisende im Auge behalten. Liegt Grenoble zur Linken, ist es geschafft. Ab jetzt wird das Klima milder, es geht Richtung Südfrankreich hinab an die Küste. Grenoble selbst erinnert an Innsbruck, das vor Stunden passiert wurde. Die historische Häuserzeile am Fluss Isère ähnelt jener barocken in Innsbruck am Inn. Eine Seilbahn in die Berge gibt es auch und die Einwohnerzahl ist auch fast ident. Grenoble ist mit seiner Lage auf 600 m Seehöhe die höchst gelegen Stadt in den Alpen und macht Innsbruck den Platz lediglich um 26 Höhenmeter streitig.

Grenoble.

Grenoble.

Hinunter an die französische Küste: Valence, Avignon, Nimes wird passiert, alles Städte, die es verdient hätten besucht zu werden. Dann taucht Montpellier auf. Süden! Die ersten feinen Sandstrände, auf den Parkplätzen Kiefern, es riecht nach Urlaub, Grillen zirpen, die Schweizer Staus vergessen, die waren irgendwann einmal. Keine Spur von Müdigkeit, immer wieder Blicke auf das Meer, während es in der Nebensaison auf gut ausgebauten und leer gefegten Autobahnen entspannt Richtung Narbonne geht. Séte wird passiert, die historische Stadt am Mittelmeer, dem Mare Nostrum, in der jedes Jahr das fantastische World Wide Musik Festival am Strand stattfindet (s.u.). Frankreich, die Raststädten verführen im „Brioche Dorée“ mit köstlichen Kalorienbomben und starkem Café. Mindestens ein Stopp sollte Pflicht sein.

In Frankreich – die Brioche Dorée an den Autobahnraststätten locken.

In Frankreich – die Brioche Dorée an den Autobahnraststätten locken.

Dann Narbonne. Direkt an der Autobahnabfahrt „Narbonne Est“ liegt das ibis budget Hotel. Nichts besonderes, sauber, ordentliche Betten, erstaunlich ruhig und ein sauberes Bad. Ist es Winter, dann heizt ein E-Konvektor das Zimmer wohlig warm auf. Das Auto am bewachten Parkplatz abstellen. Zu essen gibt es abends in den ibis Budget Hotels nichts (die ibis Business Hotels bieten eine Karte), aber es finden sich unzählige Restaurants in der Umgebung, sogar ein Burger King droht mit seinem Essen. Keine Sorge, jeder wird satt, auch zur späten Stunde.

Tourdaten:

  • Etappe: Innsbruck bzw. München – Narbonne
  • Distanz: 1.102 Km bzw. 1.253 Km
  • Brutto Fahrzeit: 13 h 30 min. bzw. 15 h 30 min. *)
  • Mautgebühren: € 75,90 **)
  • Hotel: ibis budget Narbonne Sud | € 50,- inkl. FS | Parkplatz gratis

*) Hoher Zeitverlust durch Baustellen in der Schweiz, Alternativroute via Genua ca. + 100 Km
**) Inkludiert ist Vignette Schweiz, 10 Tage Vignette Österreich, Maut Arlbergtunnel

Etappe 2 – von Narbonne nach Alicante.

Frühmorgens Aufbruch in Narbonne, die schlimmste Etappe liegt hinter dem Kanaren Reisenden. Heute wird es historisch: Immer entlang der Küste geht es auf der einst römischen „Via Augusta“ vorbei an alten steinzeitlichen Städten wie Sitges oder Handelsmetropolen wie Barcelona oder Valencia, die von Phöniziern auf neolithischen Siedlungen gegründet wurden, nach Alicante. Das Tagesziel Alicante alleine wäre schon einen mehrtägigen Aufenthalt wert (s.u. Caminada Alacant – Streifzug Alicante.). Bei der Tourenplanung sollte berücksichtig werden, dass bereits nach 250 Km Barcelona erreicht wird. Wer um 7 Uhr startet, landet garantiert in die morgendliche Rushhour der Metropole. Also entweder ganz früh starten oder gemütlich etwas später. Auch den Grossraum Valencia sollte man im Auge haben, um dort nicht in die abendliche Rushhour zu geraten.

Alicante Spanien – Explenada de España.

Alicante Spanien – Explenada de España.

Phönizier kolonialisierten den Mittelmeerraum. Ihr äusserster zentraler Handelsposten auf europäischer Seite war Cádiz und nicht wie oft behauptet Lisboa. An der Atlantikküste waren sie nur gegenüber von Cádiz in Afrika interessiert. Im heutigen Marokko an der Küste der Stadt Essaouira, liegen die Mogador Inseln, denen die Phönizier einen soliden Teil ihres Handelsvermögens zu verdanken hatte. Mogador zu jener Zeit „Purpurinseln“ genannt. Noch heute ist ein Kilo Natur Purpur 1.000 mal so teuer wie ein Kilo reines Barrengold.

Phönizier bauten keine Strassen, ihr Transportmittel war das Schiff. Erst als Julius Cäsar Karthago final vernichtete, übernahmen die Römer das „Mare Nostrum“, das Mittelmeer und begannen Strassen zu bauen, die tatsächlich alle nach Rom führten. Die Viva Augusta verlief über Barcelona, Abzweigungen führten hinauf bis nach Galizien und das Baskenland zur Stadt „Ferrol“. Dort gab es das hochwertige „Ferrum“, das die Römer für ihre Waffenschmieden benötigten. In der Gegend von Huelva, dort wo die Kanaren Fähre der Fred.Olsen Linie startet, am „Rio Tinto“, gewannen die Römer Nichteisenmetalle, in „Las Médulas“ der Provinz Léon, betrieben die Römer einen Goldbergbau, der „…das Werk von Giganten“ übersteigt, wie es Plinius der Ältere formulierte. Ein guter Teil der metallenen Schätze fanden ihren Weg über die Via Augusta in die ewige Stadt Rom.

Bergbau der Römer in Las Médulas.

Bergbau der Römer in Las Médulas.

Geschichtsträchtig, mit wunderbaren Ausblicken auf das Meer, ist der Reisende auf der E-15 unterwegs, mehr oder weniger der ehemaligen Via Augusta. Kurz nach Barcelona das alte Rom zum Anfassen! Direkt an der Autobahn E-15, ein Parkplatz an einem grandiosen römischen Aquädukt: Kastillisch die „Pont del Diable“, auf Katalan „Aqüeducte de les Ferreres“. Es überspannt den Barranco „Barranc de les Arcs“ und lieferte Wasser vom Fluss „Francolí“ ins römische „Tarraco“, heute „Tarragona“ genannt.

Pont del Diable aka Aqüeducte de les Ferreres zwischen Barcelona und Valencia.

Pont del Diable aka Aqüeducte de les Ferreres zwischen Barcelona und Valencia.

Bei Valencia wird die E-15 verlassen und auf die EL-20 Richtung „Elche“ abgebogen. Eine eigene Stadt, die schon lange mit Alicante zusammengewachsen ist und mehr ein Stadtteil darstellt. Dort liegt das Hotel des Tagesziels, das ibis Elche. Es sind nur 4 min. von der Autobahn. Das Hotel bietet eine Parkgarage, die gegen geringe Gebühr benutzt werden kann. Sie liegt in der grossen öffentlichen Garage unter den Gebäudekomplexen, in dem auch das Hotel angesiedelt ist und ist separat umzäunt und versperrt und nur für Hotelgäste zugänglich. Das Haus wurde Ende 2020 komplett renoviert. Um das Hotel herum finden sich unzählige Geschäfte und Restaurants in unmittelbarer Nähe. Ideal, um den Tag gemütlich ausklingen und die Fahrt Revue passieren zu lassen.

Alicante Spanien – Castell de Santa Bàrbara.

Alicante Spanien – Castell de Santa Bàrbara.

Tourdaten:

  • Etappe: Narbonne – Alicante
  • Distanz: 771 Km
  • Brutto Fahrzeit: 9 h 30 min.
  • Mautgebühren: € 60,90
  • Hotel: Ibis Alicante Elche | € 55,- exkl. FS inkl. Gebühr Parkgarage

Etappe 3 – von Alicante nach Jerez de la Frontera.

Zum Abschluss die schönste Etappe! Die Landschaft zieht nun alle Register. Andalusien wird gequert, „Andalucía“ oder „al-Andalus“, wie es die Mauren nannten, die es so nachhaltig prägten. Andalusien ist der Inbegriff Spaniens. Es ist wunderschön, weit und einzigartig. Fruchtbare Erde, auf der bis zum Horizont Olivenbäume aufgefädelt gedeihen, prächtige Farben, aber auch imposante Gebirgszüge, schneebedeckt, mit kristallklaren Flüssen, fischreich, durchzogen von einsamen Tälern. Hemingway liebte diese Landschaft, angelte in ihren Gebirgsflüssen und setzte ihr mit „The sun also rises“ ein emotionales Denkmal. Eine Region für Abenteurer im Geiste und im echten Leben. Andalusien ist Sehnsucht, soviel Schönheit. Die Landschaft prägt emotional wie wenige. Das erklärt auch ihre Musik, in der soviel Sehnsucht mitschwingt, so einwenig die portugiesische „Sudarte“ des „Faro“ auf spanisch.

Mit dem Auto von Cádiz nach Alicante.

Mit dem Auto von Cádiz nach Alicante.

Die übliche Route Alicante – Cádiz führt durchgehend über die A-92, die ab der Stadt „Antequera“ einen weiten nördlichen Bogen um die gebirgige Landschaft beschreibt, der nahe Sevilla seinen Scheitelpunkt hat, um dann südlich abzubiegen. Die A-92 ist keine richtige Autobahn, eine Autostrasse mit geteilten Richtungsfahrbahnen. Viel los ist aber auf dieser Route nicht. Wer jedoch die wahre Schönheit dieser letzten Etappe geniessen will, auch einmal in dieser herrlichen Landschaft stoppen möchte, um sie zu geniessen, der zweigt bei „Antequera“ auf die A-384 ab, eine gut ausgebaute Bundesstrasse. Sie führt direkt an einigen grandiosen Naturparks Andalusiens vorbeiführt und ist sogar 40 Km kürzer. Die Fahrzeit ist ca. ident, da es etwas kurvig zugeht. Auch die anfallende Maut unterscheidet sich nicht, denn wenn die A-384 bei der Stadt „Antequera“ von der A-92 abzweigt, gibt es ohnedies keine Mautstellen mehr, auf beiden Routen.

Mit dem Auto von Cádiz nach Alicante.

Mit dem Auto von Cádiz nach Alicante.

In Elche Alicante, kann am Morgen entspannt gestartet werden. Die 4 Km über die EL-20 zurück auf die E-15, sind nicht stark befahren. Der Verkehr strömt nach Alicante hinein. Weiter über die E-15 nach Westen, wird die autonome Provinz Valencia verlassen und nach kurzer Fahrt die Provinz Murcia und deren gleichnamige Hauptstadt erreicht. Hinter Murcia taucht zur rechten der erste Gebirgszug auf, die Sierra Espuña, Teil der Betischen Kordilleren. Ein wunderbares Wandergebiet, dicht bewachsen mit Kiefern und durchzogen von Barrancos, in denen Oleander, Pappeln, Ulmen und sogar Birken und Weiden gedeihen. Ein Paradies für Birdwatcher. Adler, Habicht und andere imposante Raubvögel kreisen und auch das Wildschwein ist heimisch.

Sierra Espuña.

Sierra Espuña.

Es geht immer weiter nach Westen, die Route entfernt sich von der Küste, die Berge werden höher. Der Parque natural de Sierra María-Los Vélez mit einigen imposanten Erhebungen taucht auf. Die höchste Erhebung ist der Berg „María“, ein Kalksteinstock, der 2.045 m aus der Landschaft ragt. Bevor Wasser ihn plan schleifen konnte, hob sich die Ebene über den Meeresspiegel. Ein einzigartiges Relikt aus dem Neolithikum, die „Cueva de los Letreros“, findet sich im Nationalpark: Wunderbare Höhlenzeichnungen aus der Jungsteinzeit. Auch auf den Hügeln von Alicante wurde zur Jungsteinzeit schon intensiv gesiedelt.

Parque natural de Sierra María Los Vélez.

Parque natural de Sierra María Los Vélez.

Immer westwärts. Unverhofft taucht Granada auf, dieses Juwel der Mauren. Am 2. Januar 1492 übergab der letzte naṣridische Herrscher Muhammad XII. den katholischen Königen die Stadt kampflos, um diese andalusische Schönheit vor der Zerstörung zu bewahren. Ein Kulturgeschenk an die Menschheit. Damit war die Reconquista abgeschlossen und eine neue Epoche auf der Iberischen Halbinsel wurde eingeläutet. Imposant erhebt sich hinter der Silhouette Granadas die „Sierra Nevada“ auf 3.482 m hinauf. Meist ist sie schneebedeckt. Nur der Teide mit 3.718 m auf Teneriffa ist höher. Was für ein Kontrast: Flirrende Hitze in der Ebene, dort oben der Schnee. Zu Sonnenuntergang hinauf in die Sierra Nevada fahren, die letzten Sonnenstrahlen von al-Andalus geniessen und unten leuchtet Granda auf. Dann hinab nach Granada. Wenn es dunkel geworden ist, in die märchenhafte Alhambra, die nach Sonnenuntergang wieder ihre Tore öffnet. Was für ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis.

Granda im Hintergrund die Sierra Nevada.

Granda im Hintergrund die Sierra Nevada.

Der Weg führt weiter durch herrliche Landschaft. Vor Jerez de la Frontera taucht zur Linken der „Parque natural de la Sierra de Grazalema“ auf, in dem die unvergleichliche Stadt „Ronda“ liegt.

Die Stadt Ronda.

Die Stadt Ronda.

Nach kurzweiligen 650 Km taucht Jerez de la Frontera auf. Das angesteuerte ibis Hotel wird im Westen der Stadt erreicht und liegt günstig, um in kurzer Fahrzeit am nächsten Tag entspannt den Fährhafen zu erreichen. Eine beeindruckende Nordsüd Reise durch Europa liegt hinter dem Reisenden. Wird auf und die passierten Städte und Landschaften zurück geblickt, könnte der Wunsch entstehen, diese Reise noch einmal mit viel Zeit und Muse zu begehen. Vor allem die letzte Etappe lässt bei vielen die Sehnsucht nach Spanien wachsen.

Das ibis in Jerez de la Frontera wird seit über 15 Jahren vom selben Team geführt. Schnell, komfortabel und überaus Service orientiert, geht es in diesem Haus zu. Umzäunter Privatparkplatz und alles an Infrastruktur um das Hotel in Gehweite, das benötigt werden könnte: Tankstelle mit Waschboxen, Restaurants und ein grosses Shopping Center, um noch Einkäufe für die Atlantik Passage zu erledigen. Abends werden einige günstige und schmackhafte Menüs angeboten und am Morgen ein solides Frühstück für wenige Euro. Als besondere Draufgabe der Aussenpool. Nach langer Anfahrt ein Sprung in das erfrischende Nass!

Ist Zeit und Muse vorhanden, sollte noch die historische Altstadt, das „casco“, von Jerez de la Frontera besucht werden, die auch viele nette Restaurants bietet. Ein historisches Juwel, die vielen engen Gassen gemütlich, eine Stadt, in der gerne Zeit verbracht wird. Im Spätmittelalter war sie das Zentrum der spanischen Sherry Produktion und auch heute noch widmen sich Bodegas wie „Tío Pepe“ dem edlen Tropfen, der seit Jahrhunderten von Briten so geliebt wird.

Kathedrale von Jerez de la Frontera.

Kathedrale von Jerez de la Frontera.

Tourdaten (A-92):

  • Etappe: Alicante – Jerez de la Frontera
  • Distanz: 682 Km
  • Brutto Fahrzeit: 7 h 30 min.
  • Mautgebühren: € 7,45
  • Hotel: Ibis Jerez de la Frontera | € 51,- inkl. FS | Parkplatz gratis

Die letzten Kilometer – von Jerez de la Frontera zum Fährhafen Cádiz.

Ein Europa Nordsüd-Roadtrip im Schnelldurchlauf liegt hinter dem Reisenden. Es geht auf die Atlantik Fähre. Für viele das erste Mal und für Landratten wird es dann garantiert ein Abenteuer werden. Jedem ist geraten, bevor es auf die Fähre geht, noch eine entspannte Nacht im Hotel zu verbringen. Die nächsten zwei Tage werden anstrengend, wenn auch erlebnisreich. Zwei Artikel (s.u.) widmen sich dem in Text und Bild. In Jerez de la Frontera Quartier zu machen, eine gute Wahl. Entspannt kann am Boarding-Tag ausgeschlafen werden, ein Café im wunderschönen Jerez de la Frontera geht sich auch aus, noch ein paar Einkäufe für die Überfahrt und dann gut gelaunt und erholt nach 30 min. Fahrt auf der Autobahn auf die Fähre. Sie legt am späten Nachmittag nach Lanzarote und Fuerteventura ab und macht sich zum Sonnenuntergang in den Golf von Cádiz auf. Spektakulär!

Auslaufen in den Golf von Cádiz.

Auslaufen in den Golf von Cádiz.

Von der anderen Richtung aus, von den Kanaren kommend, ist es auch sehr ratsam, ein Hotel in Jerez de la Frontera zu buchen. Die Überfahrt kann wild und stürmisch werden und auch wenn sie ruhig und angenehm war, der Reisende ist erschöpft. Fähren sind keine Kreuzfahrtschiffe, es ist mehr Fernbus am Wasser. Die Ankunft zu Mittag in Cádiz reizt den Novizen, gleich ins Auto zu steigen und los zu brettern. Keine gute Idee, alles schwankt, die meisten Fährgäste sind übermüdet, da ist es herrlich, wenn um die Ecke des Fährhafens ein Hotel schon wartet. Eine richtige Dusche nehmen, gut essen gehen und am nächsten Tag erholt auf die Reise gehen. Wer das ibis Hotel in Jerez de la Frontera bucht, findet erholsamen Schlaf und ein solides Frühstück für 50,- Euro. Wer meint, das sparen zu müssen, bleibt besser zu Hause.

Tourdaten:

  • Etappe: Jerez de la Frontera – Fährhafen Cádiz.
  • Distanz: 29 Km
  • Brutto Fahrzeit: 30 min.
  • Mautgebühren: € 0,00
Unvergessliche Sonnenauf- und -untergänge am Atlantik.

Unvergessliche Sonnenauf- und -untergänge am Atlantik.

Die Zahlen im Überblick – Kilometer, brutto Fahrzeit, Kosten.

  • Kilometer gesamt: 2.555 Km ab Innsbruck, ab München 2.706 Km
  • Brutto Fahrzeit gesamt: 30,5 h bzw. 32,5 h *)
  • Kosten Strassenmaut gesamt: 144,24 **)
  • Kosten Hotel gesamt: € 156,- im Einzelzimmer

*) Hoher Zeitverlust durch Baustellen in der Schweiz, Alternativroute via Genua ca. + 100 Km
**) Inkludiert ist Vignette Schweiz, 10 Tage Vignette Österreich, Maut Arlbergtunnel (Stand: 2021)

Links + Tipps.

Die Atlantik Fähre:

Wissenswertes:

Alicante + Barcelona.

Lanzarote + Fuerteventura + Teneriffa.

Die empfohlenen Hotels:

ibis Jerez de la Frontera Cádiz
Rodrigo de Jerez, s/n
ESP-11408 Jerez de la Frontera
T: +34 956 353 233
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ibis Elche Alicante
Barchell, 5
ESP-03203 Elche
T: +34 966 61 54 51
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ibis budget Narbonne Sud
Rue Becquerel Zi De
F-11100 Narbonne
T: +33 892 683 106
Hotel auf Google Maps anzeigen.

Anmerkung:

Keine Werbung, kein Product Placement. Dieser Artikel spiegelt die finanziell unbeeinflusste aber subjektive Sicht des Autors wieder, die er in vielen Jahren und auf den unterschiedlichsten Routen mit PKW, Pick-up und Motorrad gewonnen hat.

 

 

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