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Stargazing: Der Himmel über den Kanaren.

Die Top 3 des Stargazing – Hawaii, Kanaren, Chile.

Seltene Konstellation – Mond und Venus gemeinsam am Abendhimmel über den Kanaren.

Seltene Konstellation – Mond und Venus gemeinsam am Abendhimmel über den Kanaren.

Was macht eigentlich einen optimalen Standort für Himmelsbeobachtungen, das Stargazing aus? Im wesentlichen sind das drei Dinge.

Geringer Lichtverschmutzung, saubere Luft und Höhe. Alle drei Faktoren zusammen schaffen was man für nächtliche Beobachtungen braucht: Klare, wolkenfreie Luft in möglichst stockdunklem Umfeld. Und natürlich muss dieses Umfeld auch noch für den Menschen mit halbwegs vertretbarem Aufwand erreichbar sein. Diese Bedingungen finden sich in Hawaii, Chile und eben den Kanaren. Ein Paradies für Stargazer.

Die Kanaren können mit zwei weiteren Faktoren punkten. Das Eine ist die geografische Lage von rund 28 Grad Nord. Damit liegen die kanarischen Inseln nahe am Äquator, der Trennlinie der nördlichen und südlichen Hemisphäre und eignen sich z.B. besonders gut für Sonnenbeobachtungen. Diesem Schwerpunkt ist das Observatorium am Teide gewidmet.

Das Wetterphänomen Panza de Burro, das Wolkenmeer über Teneriffa, lässt sich besonders schön von einem der vielen Aussichtspunkte an der TF-21 geniessen.

Das Wetterphänomen Panza de Burro, das Wolkenmeer über Teneriffa, lässt sich besonders schön von einem der vielen Aussichtspunkte an der TF-21 geniessen.

Der zweite Pluspunkt, der für besonders dunkle Nächte sorgt, ist das Wetterphänomen „Panza de burro“, der Eselsbauch, wie es auf den Kanaren genannt wird. Es tritt zwischen April und August auf, wenn es besonders heiss wird. Der Nord-Ost Passat bläst in tiefen Seelagen in einigen hundert Metern Höhe über den Atlantik und reichert sich so zu kühler, feuchter Meeresluft an. Trifft er auf die warme Luft der Kanaren, schiebt er sich unter diese und bildet durch die Kondensation eine dichte Wolkenschicht in ca. 600 m Seehöhe. Sie hängt an den Bergen des Archipels fest und ist Ursache für die dichten, feuchtkühlen Lorbeerwälder des Archipels.

Die Wolkenschicht wirkt nachts wie eine Plane, die die Berggipfel von jeglichem Streulicht der Zivilisation abschottet und die bei mondlosen Nächten eine einzigartige Dunkelheit erzeugt. Über den Wolken auf den Observatorien ist dann die Nacht so dunkel, dass man „die Hand vor den Augen“ nicht mehr sieht, über dem Observatorium liegt eine kristallklare und saubere Luftschicht. Besser geht es für Observationen, für das Stargazing nicht mehr und so wird auch in diesen einzigartigen Nächten viel Bildmaterial im internationalen Observatorien Verbund erstellt und zur Auswertung rund um den Globus geschickt.

Das gesamte Milchstrassenband, zusammengesetzt aus Einzelaufnahmen (ESO/S. Brunier)

Das gesamte Milchstrassenband, zusammengesetzt aus Einzelaufnahmen (ESO/S. Brunier).

Dieses Phänomen der extrem dunklen und klaren Nächte ist nicht nur eines, das Astronomen interessiert. Steigt der normale Tourist, der sich bisher nie weiter für Astronomie interessiert hat, in der Sommerzeit z.B. in La Palma oder der einsamen Westküste Fuerteventuras nachts auf einen der Vulkane, wird er von einem Sternenhimmel überwältigt, wie er ihn noch nie zuvor gesehen hat. Sternzeichen, die er in Mitteleuropa mühsam sucht und oft nur mit fachmännischer Hilfe findet, springen ihm plötzlich kristallklar ins Auge. Der Grosse Wagen, das Fernrohr, der Zwilling leuchtet wie in den Himmel gemalt. Schon ein normales Fernglas reicht in diesem Umfeld zum semiprofessionellen Stargazing: Sterne lösen sich plötzlich in Doppelsterne auf oder die Perseiden glitzern durch das Fernglas wie ein Berg Brillanten am Himmel, die Milchstrasse zieht hell leuchtend eine Spur.

Die Krater des Mondes – kontrastreich von den Kanaren zu beobachten.

Die Krater des Mondes – kontrastreich von den Kanaren zu beobachten.

Die leichte Erreichbarkeit der Kanaren aus Europa und diese herrlichen Beobachtungsbedingungen, machen die Kanaren zum Top Ziel für Astronomie Urlauber, die immer zahlreicher werden, teils mit stattlichen Teleskopen zum Stargazing anreisen. Es verwundert auch nicht, dass an den besonders interessanten astronomischen Beobachtungspunkten der Insel Felsritzungen zu finden sind, denn schon die Ureinwohner schauten dort in den Himmel. Sie sind bis heute nicht entschlüsselt und finden sich besonders Prominent am Montaña Tindaya, Fuerteventura, als hunderte eingeritzte fussähnliche Abbildungen, Podomorfos, oder als Zeichnungen in der Cueva pintada in Galdar, Gran Canaria, die vielleicht eine Art Jahreszeitenkalender darstellen könnte. Es gibt noch viel zu erforschen.

Die Podmorfos am Montaña Tindaya, Fuerteventura.

Die Podmorfos am Montaña Tindaya, Fuerteventura.

Felszeichnung Cueva pintada Galdar, Gran Canaria

Felszeichnung Cueva pintada Galdar, Gran Canaria.

1701 – am Teide auf Teneriffa tut sich was.

Sie Sonnenteleskope im Izaña Observatorium Teneriffa mit dem mächtigen deutschen Sonnenteleskope GREGOR, bestes seiner Art weltweit.

Sie Sonnenteleskope im Izaña Observatorium Teneriffa mit dem mächtigen deutschen Sonnenteleskope GREGOR, bestes seiner Art weltweit.

Die Ersten, die auf den Kanaren den Himmel systematisch beobachteten, vorchristliches Stargazing betrieben, waren die Guanchen, die Ureinwohner, die möglicherweise mit Felsritzungen und -zeichnungen ein Dokument dessen hinterließen.

Die Himmelsbeobachtung der Neuzeit begann auf Teneriffa am Teide. Mit 3.718 m ist er der höchste Berg Spaniens. Im 18. Jahrhundert hatte die Hauptstadt Teneriffas St. Cruz ein reges religiöses Leben. Sechs Klöster mit hunderten Mönchen in einer Stadt, die gerade mal 8.000 Einwohner hatte war schon beträchtlich. Alle waren hier, um ein Stück vom Kuchen des Archipels abzubekommen. Augustinermönche begannen 1701 mit der systematischen Himmelsbeobachtung am Teide. Richtig los ging es aber erst 1857 durch einen Zufall, als der schottische Astronom Charles Piazzi Smyth, neapolitanischen Ursprungs, auf Hochzeitsreise nach Teneriffa kam und den Teide bestieg, um Himmelsbeobachtungen zu machen.

Was sich dort oben für ihn auftat, faszinierte ihn derart, dass er fest davon überzeugt war, dort müsse ein Observatorium stehen. Smyth galt als überaus exzentrisch aber genial und war nicht nur Naturwissenschafter sondern auch skurriler Esoteriker. Vieles, was er so von sich gab, auch über die ägyptischen Cheops-Pyramiden, die er recht ungenau vermass, stiess erstmal zu Recht auf Skepsis. Seine Untersuchungen des Teide Gipfels als Standort für ein astronomische Observatorium galten jedoch bereits im Jahr der Durchführung 1857 als Pioniertat und bahnbrechend. So kann man mit Fug und Recht sagen, der neapolitanische Schotte Charles Piazzi Smyth, ist der Vater des Teide Observatoriums. Wie sich sein Arbeitseifer in der Hochzeitsreise auf die Ehe auswirkte, ist nicht bekannt.

Zur Zeit Charles Piazzi Smyth wurden Observatorien nicht auf Bergen sondern in Metropolen errichtet. Von nun an änderte sich das schlagartig. Die Sternwarten lagen wie z.B. die Urania in Wien oder das Royal Greenwich Observatory in London direkt in der Stadt. Vor der Elektrifizierung der Städte waren sie nachts dunkle Orte, was sich danach schlagartig änderte. Mit dem Teide begann die Zeit, in der Observatorien nur noch auf Bergen errichtet wurden, der Vater der Idee Charles Piazzi Smyth.

Observatorium am Wendelstein in Bayern.

Observatorium am Wendelstein in Bayern.

Das Royal Greenwich Observatory in London, einst ein führendes Observatorium der Welt, wurde durch die Lichtverschmutzung zunehmend wertlos und so ging es auch allen anderen Sternwarten in Europa. So verlegte Greenwich das 1967 gebaute Isaac Newton Teleskop 1979 auf den Roque de Los Muchachos auf La Palma, wo es noch heute im Einsatz ist. Auch der Glanz aller anderen Observatorien des Wissenschaftshimmels erlosch nach und nach zur Bedeutungslosigkeit. In der modernen Zeit musste man von nun an hoch oben auf einem Berg sein, um mitmischen zu können. Erst als mit der entsprechenden Seilbahntechnik auch in den Alpen Gipfel erreicht werden konnten, entstanden auch hier nach und nach Observatorien.

Eindämmung der Lichtverschmutzung durch nach unten gerichtete Strassenbeleuchtung.

Eindämmung der Lichtverschmutzung durch nach unten gerichtete Strassenbeleuchtung.

Heute forschen unzählige Nationen auf dem Teide. Durch die zunehmende Lichtverschmutzung Teneriffas, wurde das Observatorium allerdings für nächtliche Beobachtungen ebenfalls immer wertloser und konzentriert sich heute hauptsächlich auf die Beobachtung von Sonnenphänomen, wofür es auch geografisch eine optimale Lage darstellt.

Brian May im ESO’s Paranal Observatory 2015 (Gerhard Huedepohl)

Brian May im ESO’s Paranal Observatory 2015 (Gerhard Huedepohl).

Das Observatorium am Teide hat auch sonst die eine oder andere Geschichte zu erzählen. So forschte der ehemalige Gitarrist Brian May der Popgruppe Queen für seine Doktorarbeit in Astrophysik Anfang der 1970iger im Observatorium Teide über „Radialgeschwindigkeiten im interplanetaren Staub“. Durch den Erfolg mit Queen brach er die Doktorarbeit am Imperial College in London aber ab. Nach 30 Jahren griff er die Doktorarbeit wieder auf und da auf dem Gebiet nie richtig weiter geforscht wurde, konnte er sie 2008 mit seiner Promotion zum Doktor abschließen. Nach wie vor ist er im Bereich der Astronomie intensiv engagiert und auch ein Himmelsobjekt, der Asteroiden (52665) Brianmay, trägt seinen Namen. Bei der internationalen Starmus Konferenz in Teneriffa, trat er als Vortragender auf. Kuriose Geschichten rund um den Teide am Rande.

Stock dunkel – Roque de los Muchachos La Palma.

Roque de los Muchachos Observatorium La Palma (Bob Tubbs)

Roque de los Muchachos Observatorium La Palma (Bob Tubbs).

Die geringste Lichtverschmutzung der Kanaren weisst Fuerteventura auf. Obwohl die zweit größte der Kanaren Inseln, hat sie nur rund 100.000 Einwohner. Die Lichtverschmutzung ist daher überaus gering, im Zentralmassiv an der Westküste defakto Null. Daher wurde es von der UNESCO als einzige der Inseln des Archipels zum Starlight Reserve erklärt. Nur einen Nachteil hat Fuerteventura: Mit dem Pico de Zarza ist die höchste Erhebung der Insel mit 807 m bescheiden, zu niedrig für ein Observatorium.

La Palma weisst mit seinem Roque de los Muchachos hingegen einen Berg mit 2.420 m Seehöhe auf, hat zwar eine höhere Lichtverschmutzung als Fuerteventura, dafür kommt an den Hängen das Wetterphänomen „Panza de burro“ voll zum Tragen. So schreibt die New York Times in einem Artikel von Nina Burleich, dass das Observatorium Roque de los Muchachos wohl nach Hawaii das Beste für nächtliche Beobachtungen sei.

In Planung: Das größte Spiegelteleskop weltweit, Durchmesser 39 m – European Extremely Large Telescope (ESO)

In Planung: Das größte Spiegelteleskop weltweit, Durchmesser 39 m – European Extremely Large Telescope (ESO).

Und so ist es auch. Derzeit steht es im Gespräch um die Errichtung des grössten Spiegelteleskops der Welt mit einem Durchmesser von unglaublichen 30 Metern. Ursprünglich sollte es am Mauna Kea auf Hawaii errichtet werden, doch intensive Proteste der Ureinwohner, da der Ort als heilig gilt und von Naturschützer brachten das Projekt, das in Summe rund 1 mrd. Euro verschlingen wird, zum Erliegen. 2018 soll die Bauentscheidung fallen und der Roque de los Muchachos wäre das geplante Backup zum Mauna Kea. Ein unglaubliches wissenschaftliches Renommee für die Kanaren. Darüber hinaus würde es laut Projektierung rund 23 mio. Euro p.a. Umwegrentabilität in die kleine Inselkasse spülen. Ein Gewinn für alle – auf Hawaii abgelehnt, auf La Palma willkommen.

Nordic Optical Telescope (NOT) Observatorium Roque de los Muchachos, La Palma (Michael Hanselmann)

Nordic Optical Telescope (NOT) Observatorium Roque de los Muchachos, La Palma (Michael Hanselmann).

Doch auch jetzt schon hat das Observatorium beeindruckende Teleskope zu bieten. Die gesamte internationale astronomische Forschergemeinschaft ist vertreten. Rund 20 herausragende Teleskope wurden von unterschiedlichsten Nationen und Forschungsgemeinschaften errichtet. In der Regel stellt Spanien die Fläche in Pacht zur Verfügung und erhält als Pachtzins 20% der wertvollen Nutzungszeit an den Teleskopen zur freien Verfügung.

MAGIC-Teleskop und Gran Telescopio Canarias (GRANTECAN) Observatorium Roque de los Muchachos, La Palma (Caulobacter Subvibrioides)

MAGIC-Teleskop und Gran Telescopio Canarias (GRANTECAN) Observatorium Roque de los Muchachos, La Palma (Caulobacter Subvibrioides).

Am Roque de los Muchachos Observatorium ist man auch auf das Wilhelm Herschel Teleskope von einzigartiger Grösse mit einem Durchmesser von 4,2 m besonders stolz. Der Hannoveraner Friedrich Wilhelm Herschel (* 15. November 1738 in Hannover – † 25. August 1822 in Slough, England) war ein Genie. Er entwickelte ein völlig neuartiges Spiegelteleskope mit Fronteinblick. Um bessere Bedingungen zu finden, übersiedelte er nach England. Sein Teleskop war so überlegen und revolutionär, dass er den entlegen Planeten Uranus entdeckte, somit unser Universum plötzlich doppelt so gross wurde, Saturnmonde entdecke und Sternennebel auflöste. Beobachtungen, die die Wissenschaft zu den Zeiten noch anzweifelte, da mit den gängigen Newton Teleskopen nicht zu beobachten. Auch Alexander von Humboldt verbrachte mit Herschel in England viele Nächte am Teleskop, fasziniert von Technik und Astronomie. Humboldt, der auf seinen Reisen auch 1799 den Teide bestieg, Himmelsbeobachtung dort durchführte und mit seinem immer mitgeführten „Cyanometer“ die Bläue des Himmels beim Aufstieg mass. So schliesst sich der Kreis zu den kanarischen Inseln.

Nicht nur, dass Herschel ein genialer Erfinder, Techniker und Mechaniker war, der seine Teleskope allesamt selbst herstellte, eine neuartige Legierung für den Spiegel nutzte und mehr, er war auch noch Musiker und Komponist, befasste sich mit der mathematischen Auflösung der Musik, den Kontrapunkt und mehr.

Stargazing – in den Himmel gucken.

Saturnringe aufgenommen von der Raumsonde Cassini Juli 2013. Im Hintergrund rechts unter den Ringen die Erde als leuchtender Punkt.

Saturnringe aufgenommen von der Raumsonde Cassini Juli 2013. Im Hintergrund rechts unter den Ringen die Erde als leuchtender Punkt.

Jeder, der einmal unter dem kanarischen Himmel stand, und die tausenden Sterne über sich funkeln, zum ersten mal den Mond derart klar und plastisch sah, oder die unglaublich schönen Sonnenauf- und Untergänge auf den Kanaren erlebte, ist begeistert. Unterstrichen und intensiviert wird das Erlebnis durch das Ambiente. Eine laue Sommernacht im leichten Abendpassat oder auf einem Vulkan in völliger Abgeschiedenheit und Stille. Das Ganze schärft die Sinne und macht die Situation überaus vereinnahmend.

Beim Einen löst das Erlebnis romantische Gefühle aus, bei Anderen wird der Forscherdrang geweckt. Jeder reagiert anders, aber jeder reagiert. Es gibt viele Arten, sich dem Himmel über den Kanaren zu widmen. Auf eigene Faust, alleine, in der Gruppe oder auch von Fachleuten begleitet.

Stargazing – das kann ich selber.

Der Grosse Wagen – Sternbilder zeichnen sich kristallklar am Himmel ab.

Der Grosse Wagen – Sternbilder zeichnen sich kristallklar am Himmel ab.

Um den Himmel über den Kanaren zu geniessen und zu erkunden brauchen Sie nur Interesse, Ihre Augen und einen dunklen Ort. Und dann müssen Sie nur noch nach oben schauen und staunen. All das ist kostenlos, so sie auf den Kanaren sind. Gute Beobachtungsorte finden Sie auf den kanarischen Tourismus Websites.

Noch schöner und interessanter wird es aber, wenn Sie einwenig bescheid wissen, was gerade da oben am Himmel los ist. Denn es gibt viele schöne Ereignisse, die Sie nur auf den Kanaren so richtig erleben können, wie Meteoritenschauer, von denen es viele gibt. Sie müssen wissen wann und wo sie hinsehen sollten. Die Schauer der Geminiden, Tauriden, Leoniden, Draconiden und mehr sind ganz herrlich zu beobachten. Sie werden in einer Stunde vielleicht mehr „Sternschnuppen“ sehen als in Ihrem bisherigen Leben. „Sternschnuppen“, die nicht nur kurz aufleuchten, solche, die eine atemberaubende Bahn über den Himmel ziehen.

Geminiden Meteoritenschauer (Asim Patel)

Geminiden Meteoritenschauer (Asim Patel).

Das Meiste können Sie heute im Internet Recherchieren. Oder sie kaufen sich ein Buch als Reiselektüre. Astronomie mit dem Fernglas von Alexander Kerste ist zum Beispiel empfehlenswert. Ganz hervorragend ist die App von Redshift für das Smartphone. Je nach Standort zeigt Sie ihnen Sternbilder, Himmelsereignisse, in einer „Sternwarte“ bevorstehende interessante Ereignisse und mehr. Das Geld ist mehr als gut angelegt. Wer es analog möchte, kann sich die drehbare Sternenkarte von Kosmos zulegen. Im Verhältnis zur App teuer.

Mirador de Pajara Sicasumbre – astronomische Aussichtspunkt Fuerteventura.

Mirador de Pajara Sicasumbre – astronomische Aussichtspunkt Fuerteventura.

Sie müssen auch kein Teleskop kaufen, um den Himmel zu erkunden. Vergessen Sie nicht, einige der grössten Astronomen hatten nur ihre Augen und sonst nichts. So Sie haben, packen Sie ein Fernglas in den Koffer. Schon ein guter Operngucker leistet hilfreiche Dienste, ein besseres Fernglas wird ihnen wunderbar Deepsky Objekte auflösen. Wollen Sie sich einen Feldstecher anschaffen, was wegen dem grossen Gesichtsfeld für viele Beobachtungen besser als ein Teleskop ist, bieten sich die überaus preiswerten und auch leichten Skymaster von Celestron an. Sie sind ab unglaublichen 79,- Euro je nach Ausführung und Lieferant zu haben und erzeugen ein verblüffend lichtstarkes und scharfes Bild, durch die verbauten Qualitätsprismen. Vorausgesetzt, man weiss, wie man es justiert, denn eine Justierung findet ab Werk, bei dem Preis anzunehmen, nicht statt und lässt auch die Finger von der Zoom-Variante. Eine gute Investition, die Sie auf den Kanaren nutzen werden, für den Himmel oder vielleicht, um die hunderten Arten von Zugvögeln zu beobachten.

Stargazing – darf ich mal rein?

Nicht nur Touristen, Astrotouristen oder Wissenschaftler interessieren sich für den kanarischen Himmel. Auch Canarios selber sind begeisterte Stargazer und so gibt es viele sehr aktive Astronomiegruppen mit einem regen Vereinsleben. Ihre Türen sind für alle Interessierten offen und haben Sie keine Scheu, machen Sie mit. Das ist zudem die günstigste bis kostenlose Art fachmännisch mit Teleskopen durch den kanarischen Himmel geführt zu werden. Zwei Gruppen seien empfohlen, die besonders aktiv sind, auf Fuerteventura und auf Gran Canaria.

Das kleine Observatorium Tefía, Fuerteventura.

Das kleine Observatorium Tefía, Fuerteventura.

Fuerteventura hat in der dunklen Ebene von Tefía, rund 20 Km von der Hauptstadt Puerto del Rosario entfernt, ein kleines Observatorium, das die sehr engagierte Agrupación Astronómica de Fuerteventura mit dem Leiter und gelernten Luftfahrttechniker Carmelo Cabrera Fuentes aufgebaut hat. Jeden ersten Freitag im Monat öffnet es von 21:00 – 24:00 Uhr seine Tür für jeden Gast, der vorbeikommt. Darüber hinaus bietet die Gruppe die sehr beliebten astronomischen Nachtwanderungen an, Sonnenbeobachtungen mit dem neu erworbenen Sonnenteleskop oder Kurse in Astrofotografie. Die Website informiert im Detail. Wie alles auf Fuerteventura sehr familiär. Jeder Himmelsbegeisterte ist willkommen. Trauen Sie sich!

Signpost Polaris Pointing North

Signpost Polaris Pointing North

Das Observatorio Astronómico de Temisas de Gran Canaria liegt über dem idyllischen Ort Temisas, rund 50 Km von Las Palmas entfernt und ist auch mit dem Global Busnetz zu erreichen. Ein Besuch des Ortes lohnt auf jeden Fall, in herrliche Landschaft eingebettet und eigentlich für sein exzellentes Olivenöl bekannt. Jeden Freitag und Sonntag öffnet das kleine Observatorium, hoch über dem Ort gelegen, seine Pforten für den interessierten Besucher. Freitags kann von 22:00 bis 24:00 Uhr an sehr lohnenden Beobachtungen teilgenommen werden. Eingehoben wird eine Gebühr von 5,- Euro bzw. 3,- für Kinder, die dem Betrieb des Observatoriums dienen. Da das Observatorium auch ein Sonnenteleskop besitzt, wird jeden Sonntag zwischen 11:00 und 13:00 Uhr geöffnet und der Besucher kann für selbigen Preis an interessanten Beobachtungen der Sonne teilnehmen.

Der Orion Nebel (Rochus Hess)

Der Orion Nebel (Rochus Hess).

Darüber hinaus bieten die Observatorien am Teide und am Roque de los Muchachos mehrere Führungen täglich an. Das gibt Einblick in die Technik und das Arbeiten eines solchen Observatoriums. Der Roque de los Muchachos lädt am Tag vor und nach der Sommersonnwend zum Tag der offenen Tür. An Beobachtungen selbst können Sie verständlicherweise an den Weltklasse Teleskopen kaum teilnehmen. Hier kämpfen Wissenschaftler der ganzen Welt darum, einen Slot zur Nutzung zugewiesen zu bekommen. Touristen stören da verständlicherweise.

Stargazing – einwenig Abenteuer bitte.

Der Blutmond über den Kanaren 2016.

Der Blutmond über den Kanaren 2016.

Die dritte Art, sich den kanarischen Himmel zu erschliessen, sind geführte Touren. Die meisten Veranstalter sind Astronomiebegeisterte, die, um auf den Kanaren ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, aus ihrer Begeisterung für den Sternenhimmel ein Geschäftsmodell entwickelt haben. So ähnlich wie Surfbegeisterte, die eben Surfschulen betreiben. Nehmen Sie an diesen, eigentlich durchwegs zu empfehlenden Touren teil, können Sie sich eines gewiss sein: Es stehen Menschen vor Ihnen, die für den Himmel über dem Archipel glühen und ihr grosses Wissen mit Begeisterung weiter geben.

Das besondere an diesen astronomischen Ausflügen ist auch das gemeinschaftliche Erlebnis in der Natur, denn die Beobachtungen finden an besonderen Orten statt. Ob in den Grande Dunas von Corralejo, oder auf einem Vulkan, der mit Pick-up und Teleskope an Bord angesteuert wurde. Die Erlebnisse sind allesamt sehr einzigartige und jeder kann sich auf den Websites der Veranstalter aussuchen, was zu ihm passt. Immer beliebter auch das Thema Astrofotografie, das bei vielen Touren behandelt wird.

Die Touren werden in der Regel zu einem Preis um die 30,- Euro angeboten. Inbegriffen ist immer die Abholung im Hotel. Für ein abenteuerliches Erlebnis den kanarischen Nachthimmel fachkundig mit professionellen Teleskopen gezeigt zu bekommen, ein überaus fairer Preis.

Sonnenuntergang auf Fuerteventura – die 120 Km entfernte Insel Gran Canaria zeichnet ihr Profil gegen den glühenden Himmel.

Sonnenuntergang auf Fuerteventura – die 120 Km entfernte Insel Gran Canaria zeichnet ihr Profil gegen den glühenden Sonnenball.

Wenn Sie auf den Kanaren sind, egal ob zum Sonnen und Baden, Wandern oder geschäftlich: Denken Sie an den einzigartigen Sternenhimmel und verpassen Sie ihn nicht.

„Clear Sky!“

Nützliche Links.

Astronomie Gruppen zum Mitmachen

Astronomie Events auf den Kanaren

Stargazing Touren

Stargazing Tools für die Himmelsbeobachtung

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