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Conil de la Frontera – Cala del Tio Juan Medina I.
Reise Sehnsucht

5 phantastische Badebuchten am Cabo Roche Conil de la Frontera.

Faro de Cabo Roche – vom Wachturm zum Leuchtturm.

Calas de Roche Conil de la Frontera.

Calas de Roche Conil de la Frontera.

Die Costa de la Luz rund um das Cabo Roche, wird von 20 bis 40 Meter hohen Klippen geprägt. Sie bestehen aus unterschiedlichen Sedimentschichten, Kalkabscheidungen von Braun- bzw. Rotalgen aus einem subtropischen Meer und Muschelschalen, sowie Ton- und Sandeintrag aus dem Hinterland*). Ein instabiles Gebilde, das bei starken Regengüssen unterspült wird und abbricht. Die heftige Winterbrandung des Atlantiks tut das Übrige, um schöne kleine Buchten, caletas, entstehen zu lassen. Sie beginnen sich über die Zeit mit Sand zu füllen und es wird immer mehr. Ideal, um windgeschützt in der Sonne zu liegen und den Atlantik zu geniessen. Das Badetuch sollte aber nicht direkt an den Klippen ausgebreitet werden, denn Abbrüche, vor allem nach Starkregen, sind etwas recht Normales. Daher sind beispielsweise Strandabschnitte am Playa Fuente del Gallo, südlich von Conil de la Frontera, gesperrt. Das interessiert weiter niemanden, die Haftungsfrage ist damit aber geklärt.

Conil de la Frontera – Cala del Tio Juan Medina 1.

Conil de la Frontera – Cala del Tio Juan Medina 1.

Playa Fuente del Gallo nördlich von Conil de la Frontera.

Playa Fuente del Gallo nördlich von Conil de la Frontera.

Südlich und nördlich des Cabo Roche, finden sich fünf herrliche Badebuchten. In der Off-season liegen sie einsam. In der Hauptsaison erfreuen sich die Buchten unterschiedlicher Beliebtheit. Bis auf die Cala de Aceite, die nach Südosten ausgerichtet ist, öffnen die restlichen Buchten direkt nach Westen. Das macht sie als sonnige Bucht erst ab der Mittagszeit interessant, aber andererseits zur grandiosen Ort, um Sonnenuntergänge zu geniessen. Das geht in der Cala del Aceite nicht.

Faro de Cabo Roche Andalusien Spanien.

Faro de Cabo Roche Andalusien Spanien.

Cabo Roche Conil de la Frontera.

Cabo Roche Conil de la Frontera.

Am Cabo Roche strahlt ein kleiner Leuchtturm über das Meer. Aber so stellt sich der Tourist einen Leuchtturm nun gar nicht vor. Fast könnte er als hässlich bezeichnet werden. Eigenartig gedrungen ist er, ein gordo, ein Fetter. Kein schlankes Bauwerk, das elegant in den Himmel ragt. Schön zu fotografieren ist er obendrein nicht. Kein Ort für das digitale Reisealbum. Das gibt auf Instagram und facebook garantiert nur Likes aus Gefälligkeit, wenn nicht überhaupt verächtliche Kommentare. Zur Selbstdarstellung und Erzeugung von Neid, ist der Faro absolut ungeeignet. Er sollte daher nur aus Interesse besucht werden. Seine eigenartige Gestalt, seine Missgeburt, verdankt er einem historischen Unfall. Sie ist also genetisch bedingt. Das Bauwerk wurde erst 1986 zu einem Leuchtturm und ist ein umgebauter Wachturm aus dem 16. Jhd. Den liess Phillip II., neben einer Reihe anderer, anlegen, um die Küste vor Piratenangriffen und Invasionen zu schützen. Er trugt den Namen Torre de Roche und reiht sich von Süd nach Nord mit dem Torre de Castilnovo, Torre de Guzmán, Torre de Roche und Torre del Puerco auf. Mehr darüber findet sich im Artikel „Excursión Conil de la Frontera – an der Grenze zu den Mauren.“ (s.u.).

Cabo Roche Conil de la Frontera.

Cabo Roche Conil de la Frontera.

Vom Torre de Roche, nun Faro de Cabo Roche, führt ein guter, teils beplankter Fussweg, zu den nördlichen Badebuchten, die u.a. folgend beschrieben werden. Unterhalb des Kaps, liegt der Fischereihafen Puerto de Conil, der ein Hafenfeuer auf der Mole betreibt.

Faro de Cabo Roche Andalusien Spanien.

Faro de Cabo Roche Andalusien Spanien.

Das Hafenfeuer von Puerto de Conil.

Das Hafenfeuer von Puerto de Conil.

Der Fischereihafen Puerto de Conil.

Puerto de Conil mit Faro de Cabo Roche.

Puerto de Conil mit Faro de Cabo Roche.

Fischerboote im Puerto de Conil.

Fischerboote im Puerto de Conil.

Der Hafen von Conil de la Frontera, Puerto de Conil, liegt rund 8 Km nördlich von Conil. Das ist in Spanien, besonders auch auf den Kanaren, nichts Ungewöhnliches. In früheren Zeiten wurde aus vielen Gründen nicht direkt an der Küste gesiedelt: Zu gefährlich in Bezug auf Piratenüberfälle, zu feucht und kalt im Winter oder zu schwül und heiss im Sommer, wie beispielsweise in Santa Cruz de Tenerife (s.u.). Dort wurde in der kühleren Höhenlage in San Cristóbal de La Laguna über dem Hafen gesiedelt (s.u.). Wenn wurden die Häfen nur temporär in der Fangsaison bewohnt, später dauerhaft von armen Fischern. So war das auch in Conil de la Frontera. Daher hat das Barrio de Pescadores auch heute die schönste Lage. Die Fischer konnten sich noch den besten Platz aussuchen.

Fischerboote im Puerto de Conil.

Fischerboote im Puerto de Conil.

Fischerboote im Puerto de Conil.

Fischerboote im Puerto de Conil.

Puerto de Conil war und ist immer noch ein reiner Fischereihafen. An den Molen liegen Fischerboote. Kleinere yachtähnliche, sind in der Regel Charterboote für ambitionierte Deep Sea Fisher. Wer schicke Yachten sucht, findet sie an der spanischen Mittelmeerküste, allen voran im Port Vell Barcelona (s.u.). Auch die Häfen von Cadíz, Huelve, Punta Umbria (s.u.) oder Isla Cristina, sind Fracht-, Fähr- und Fischereihäfen. Den Amateur Skippern ist der Atlantik auch meistens zu ungemütlich und anspruchsvoll. Am Hafen von Conil, befindet sich auch ein eigenartiger Ort, den Touristen gerne als Cementerio de anclas bezeichnen. Feinsäuberlich sind grosse verrostete und Muschel übersäte Anker aufgereiht. Ein Friedhof der Anker ist das aber nicht, denn sie sind in der Fangsaison des Roten Thun im Einsatz und fixieren die Stellnetze am Meeresboden (s.u. Artikel „Almadraba – Roter Thun aus Conil de la Frontera.“).

Puerto de Conil – Anker für die Almadraba.

Puerto de Conil – Anker für die Almadraba.

Uno – Cala del Aceite.

Cala del Aceite Puerto de Conil.

Cala del Aceite Puerto de Conil.

Die Cala del Aceite ist die einzige Bucht unter den fünf, die den Namen cala, Bucht, wirklich verdient. Alle anderen fallen eher unter den Begriff caleta, kleine Bucht. Ihr Name weist darauf hin, dass aus ihr Öl, aceite, verschifft wurde. Seit Jahrhunderten werden entlang der Küste molinos del aceite betrieben, die andalusische Oliven zu Öl verarbeiten und dort vom nächsten Hafen, oft waren es nur Buchten, verschifften. In Zeiten vor Gas, Erdöl und Strom, wurde spanisches Olivenöl nicht nur als Speiseöl verwendet. Römer nutzen es zur Körperreinigung, da sie noch keine Seife kannten. Spanische Leuchttürme wurden bis ins 19. Jhd. hinein mit Olivenöl, seltener mit Walöl, betrieben. Eine Ölmühle ist aktuell in Conil de la Frontera aktiv, die Kaltpressungen durchführt. Die anfallende Maische wird als Schweinefutter eingesetzt, oder in Heisspressungen zu preiswertem Olivenöl weiter verarbeitet. Für diesen Zweck geht die andalusische Maische oft nach Italien. Das erklärt, warum Italien deutlich mehr Olivenöl exportiert, als die eigene Olivenproduktion hergeben würde. Interessant ist auch, das la oliva laut der Real Academia Española, die streng über die spanische Sprache wacht, ein korrektes Wort für Olive im Spanischen ist. In der Praxis wird es erstaunlicher Weise kaum ein Spanier verstehen, obwohl auch Ortschaften derart benannt sind. Das gebräuchliche Wort ist aceituna, ein Begriff, der sich vom arabischen al-zaytun ableitet.

Cala del Aceite Puerto de Conil.

Cala del Aceite Puerto de Conil.

Die Cala del Aceite ist die touristische unter den fünf Schönen. Sie zieht die Camper vom Camping Cala del Aceite an und die Bequemen, die direkt vor einer Treppe parken wollen, die mit wenigen Stufen den Strand erreicht. Auf dem liegt eine grosse chringuito, in der anständig gegessen und getrunken werden kann. Selbst ein Frühstück wird geboten, das die Camper und Surfer gerne nutzen. Entsprechend voll wird es in der Hauptsaison, eher überfüllt. Auch in der Nebensaison ist die cala am Wochenende belebt. Dann kommen Einheimische aus Conil, Vecher, seltener aus Cádiz, denn sie ist die einzige der Buchten um das Cabo Roche, die sich nach Südosten öffnet und so auch den ganzen Tag zu jeder Jahreszeit sonnig ist. Die anderen Buchten liegen dann im Schatten. In der Off-season ist die chringuito geschlossen. Dann bietet sich das Restaurante El Náutico de Conil in Puerto de Conil an, das mit einem kleinen Spaziergang aus der Bucht zu erreichen ist und wegen seinem Seafood beliebt ist.

Treppe zur Cala del Aceite Puerto de Conil.

Treppe zur Cala del Aceite Puerto de Conil.

Der grosse Naturparkplatz ist bei Surfer und jenen, die dem neuen Trend des Vanlife folgen, beliebt, um frei zu stehen. Gelegentlich rollen interessante Wellen an. Besser sind sie meist in der Cala del Puntalejo südlich Richtung Conil. Auf der Piste zum Parkplatz prangt jedoch ein grosses Schild, das campen hier verboten sei. Das gilt aber in Spanien nur für Wohnwagen, Wohnmobile, LKW etc. Fällt die furgoneta, der Van, noch in die Abmessungen eines turismo, was bei jenen in klassischer Bulli Grösse der Fall ist, dann kann legal gestanden und übernachtet werden. Wird das Aufstelldach oder die Markise ausgefahren, Auffahrkeile genutzt, ist es mit der Legalität schon vorbei. Stehen und schlafen ja, aber nicht mehr. Um Camper mit turismos fern zu halten, gehen Gemeinde dazu über, ein nächtliches Halte- und Parkverbot für PKW, turismos, zu erlassen.

Parkplatz über der Cala del Aceite – beliebt bei Surfern und der Vanlife Szene.

Parkplatz über der Cala del Aceite – beliebt bei Surfern und der Vanlife Szene.

Parkplatz über der Cala del Aceite – beliebt bei Surfern und der Vanlife Szene.

Parkplatz über der Cala del Aceite – beliebt bei Surfern und der Vanlife Szene.

Dos – Cala del Tio Juan Medina I.

Conil de la Frontera – Cala del Tio Juan Medina 1.

Conil de la Frontera – Cala del Tio Juan Medina 1.

Die Cala del Tio Juan Medina I. ist die längste und breiteste Bucht nördlich des Cabo Roche und liegt diesem nördlich am nächsten. Zu erreichen ist sie wie alle anderen entweder mit dem Auto über die CA-4202, oder viel schöner über den Küstenpfad vom Leuchtturm aus, der auch eine schnelle Mountainbike Piste ist. Autofahrer haben ausreichend Parkmöglicheiten, die direkt neben der Bundesstrasse angelegt wurden.

Treppe zur Cala del Tio Juan Medina I Conil de la Frontera.

Treppe zur Cala del Tio Juan Medina I Conil de la Frontera.

Treppe zur Cala del Tio Juan Medina I Conil de la Frontera.

Treppe zur Cala del Tio Juan Medina I Conil de la Frontera.

Zu allen Calas führt eine schön angelegte und erstklassig gepflegte Steintreppe hinunter. Diese Bucht trägt den Namen eines Mitgliedes einer der ältesten und wirtschaftlich erfolgreichsten Adelsgeschlechter Spaniens, den Marquesas Medina-Sedonia. Unweit der Bucht hatten die Marquesas im gleichnamigen Ort ihren Stammsitz, eine Burg, die auf den Fundamenten jener der Almohaden errichtet wurde. Vorher waren dort schon die Römer und vor diesen die Uriberer. Der Ort ist einen Besuch wert. Mehr über die Marquesas und ihre Beziehung zum Adelsgeschlecht, das auf den bedeutenden Guzmán el Bueno zurück geht, findet sich im Artikel „Excursión Conil de la Frontera – an der Grenze zu den Mauren.“ (s.u.).

Conil de la Frontera – Cala del Tio Juan Medina 1.

Conil de la Frontera – Cala del Tio Juan Medina 1.

Alle Calas werden von ausgeprägten Kaps begrenzt, die bei Flut und entsprechendem Seegang spektakulär umspült werden. Ist die See ruhig und erreicht das Niedrigwasser eine Amplitude, die nahe des Maximalwertes liegt, kann von einer Cala zur nächsten spaziert werden. Wer das vor hat, sollte die Gezeitentabelle im Auge haben.

Conil de la Frontera – Cala del Tio Juan Medina 1.

Conil de la Frontera – Cala del Tio Juan Medina 1.

Conil de la Frontera – Cala del Tio Juan Medina 1.

Conil de la Frontera – Cala del Tio Juan Medina 1.

Tres – Cala Princesa Alejandra.

Conil de la Frontera – Cala Princesa Alejandra.

Conil de la Frontera – Cala Princesa Alejandra.

Conil de la Frontera – Cala Princesa Alejandra.

Conil de la Frontera – Cala Princesa Alejandra.

Die Cala Princesa Alejandra, folgt der Cala del Tio Juan Medina I. Richtung Norden. Der Sandstrand ist ungefähr gleich lang wie letzterer, aber deutlich schmäler. Auch diese Bucht ist adeligem Geschlecht gewidmet, der Princesa Alejandra, in vollem Namen Princesa Alejandra de Grecia y Dinamarca, Alexandra von Griechenland und Dänemark. Wie sie zu diesen Ehren kam, namensgebend für eine Bucht zu werden, konnte nicht herausgefunden werden. Auch befragte Einheimische wussten keine Antwort.

Treppe zur Cala Princesa Alejandra Conil de la Frontera.

Treppe zur Cala Princesa Alejandra Conil de la Frontera.

Durch zwei Dinge, hebt sich die Cala Princesa Alejandra von den anderen Buchten ab. Zum einen ist es die ausgesprochen schöne Treppe, die zu ihr hinunter führt. Nicht, dass die anderen vier nicht schön wären, aber diese ist eben besonders schön. Auch hier beweist die Provinz Cádiz wieder einmal grosses Gespür für traditionelles Schönes im Detail. In der Tat ist das in der gesamten Provinz bemerkenswert. Es wurde kein Aufwand gescheut, keine hässliche Betonmauer gegossen, sondern eine Treppe auf Natursteinmauern in Trockenbauweise angelegt. Besonders im Abendlicht ist das eine Augenweide und verdient mindestens ein Foto. Der Provinzverwaltung, die auch an jeder Treppe mit schönen Keramiktafeln, azulejos, den Namen der Bucht vermerkt, gebührt ein Preis für besonderen Stilsicherheit

Conil de la Frontera – Cala Princesa Alejandra.

Conil de la Frontera – Cala Princesa Alejandra.

Das Zweite, das diese Bucht unter den anderen schönen besonders macht, sind die Klippenabbrüche, mächtige Brocken aus Muschelkalk. Wer genau hinsieht, wird grosse Austern erkennen. Wie eine künstlerische Installation, um den Strand das besondere Etwas zu verleihen, reihen sie sich auf. Würde ein Schild angebracht, dass es sich um eine Installation des Antony Gormley handeln würde, die Kunstwelt würde begeistert seine Finesse loben. Das Kunstwerk der Natur kommt erst im sanften Abendlicht, das es profiliert in Szene setzt, richtig zur Geltung. An windigen Tagen ist die Cala Princesa Alejandra durch diese Blöcke aus sehr pragmatischen Gründen beliebt: Sie bieten hervorragende Deckung vor dem Wind ohne die Gefahr, das dem Sonnenhungrigen von der Klippe etwas auf den Kopf fallen könnte.

Conil de la Frontera – Cala Princesa Alejandra.

Conil de la Frontera – Cala Princesa Alejandra.

Cuatro – Cala del Pato.

Conil de la Frontera – Cala del Pato.

Conil de la Frontera – Cala del Pato.

Cala del Pato, Nummer Vier in der desfile de las bonitas. Wer oberflächlich die Calas de Roche betrachtet, dem scheinen sie alle gleich. Genauer hingesehen wird bemerkt, jede hat ihren eigenen Charakter. Die Cala del Pato hat jedenfalls nicht nur die längste Treppe, sondern auch jene, die den grössten Höhenunterschied überwindet. Für gut beleibte Strandbesucher, die auch noch Kühltasche, Sonnenliege und -schirm in die Bucht hinunter schleppen wollen, kann das zum Problem werden, spätestens, wenn es nach einigen cervezas wieder hinauf gehen soll. Daher ist die Bucht bei dieser Gruppe weniger beliebt.

Treppe zur Cala del Pato Conil de la Frontera.

Treppe zur Cala del Pato Conil de la Frontera.

Treppe zur Cala del Pato Conil de la Frontera.

Treppe zur Cala del Pato Conil de la Frontera.

Stellte sich die Namens-Ursachen-Forschung bei der Cala Princesa Alejandra noch als nicht lösbares Problem dar, wird hier erstens das Aristokratische durchbrochen und zweitens liegt die Lösung einfach zu finden im Kopf oder Wörterbuch: El pato der Erpel, Enterich und la pata die Ente. Das wäre geklärt, um gegebenenfalls andere Strandbesucher belehren zu können.

Conil de la Frontera – Cala del Pato.

Conil de la Frontera – Cala del Pato.

Conil de la Frontera – Cala del Pato.

Conil de la Frontera – Cala del Pato.

Cinco – Cala del Frailecillo.

Conil de la Frontera – Cala del Frailecillo.

Conil de la Frontera – Cala del Frailecillo.

Die Cala del Frailecillo ist die letzte in der Parade der schönen Fünf, denn hier wird die Küstenlinie von einer grossen touristischen Ansiedlung, einem Gemisch aus Ressorts, Hotels und Zweitwohnsitzen, unterbrochen. Dahinter endet bald die Gemeinde Conil de la Frontera und jene von Chiclana de la Frontera, genau genommen erst am Torre del Puerco, beginnt. Mit der Siedlung wandelt sich auch die Charakteristik der Küste. Die Klippen werden kleiner und verschwinden Richtung Cádiz völlig. Ein kilometerlanger Sandstrand lässt an seinem Ende die ersten Ausläufer von Cádiz erkennen. Das Hinterland wird zu einer grossen Lagunen Landschaft, die der Salzgewinnung dient. Auf den marismas, dem Marschland, grast die schmackhafte vaca retinto, die an der Costa de la Luz in traditionellen Restaurants bevorzugt am Teller landet.

Treppe zur Cala del Frailecillo Conil de la Frontera.

Treppe zur Cala del Frailecillo Conil de la Frontera.

Conil de la Frontera – Cala del Frailecillo.

Conil de la Frontera – Cala del Frailecillo.

Bereits am Cala del Frailecillo ist die Klippe nicht mehr sehr hoch. Eine flache kurze Treppe führt hinunter. Durch die nahe Siedlung, ist die Bucht gut besucht, oder wie die Cala del Aceite in der Hauptsaison überfüllt. Die Namensgebung der cala schliesst nahtlos an jene der Cala del Pato an: Frailecillo von Frailecillo Atlántico. International geläufige Begriffe scheut der Spanier. Alles muss ins Spanische adaptiert werden, selbst der Computer, el ordenador. Namensgebend ist die Fratercula arctica, auch ein Vogel wie der el pato. Wer nun ohne nachzuschlagen weiss, dass es sich hierbei um den Papageitaucher handelt, ist mindestens Birdwatcher, besser Ornithologe oder unbeliebter Besserwisser.

Skurille Objekte am Cala del Frailecillo Conil de la Frontera.

Skurille Objekte am Cala del Frailecillo Conil de la Frontera.

Eine Laune der Natur legte ein skurriles Objekt an den Sandstrand, das bei Ebbe aus dem Wasser ragt: Ein versteinerter Fisch, ein Babywal, es darf der Phantasie freien Lauf gelassen werden. Strände eignen sich dafür gut. Albert Camus schrieb an ihnen, auch Agatha Christie und andere. Manche liegen nur auf ihnen herum, auch in Ordnung, solange sie ihren Abfall wieder mitnehmen und keine Kippen verstreuen.

Conil de la Frontera – Cala del Frailecillo.

Conil de la Frontera – Cala del Frailecillo.

Cómo llegar a las calas – der Weg zu den Buchten.

Schafweide am Carril del Palillero.

Schafweide am Carril del Palillero.

Zu den Calas de Roche sind es aus Conil nur rund 8 Km, mit dem Auto zehn Minuten. Das sollte aber auch zu Fuss, besonders mit dem Rad, besser Mountainbike, zu schaffen sein. Vor allem im Frühling sollte auf reine Muskelkraft gesetzt werden, nicht nur der Fitness zu Liebe, sondern auch wegen der unerwarteten Blumenpracht und schönen Landwirtschaft, die am kurzweiligen Weg zu den Buchten zu finden ist. Die kürzeste Variante aus Conil ist entlang der Küste bis zur Cala del Puntalejo. Bis dorthin ist es nicht sehr schön, es geht an Hotels und Villen vorbei. Wer das Rad nimmt, sollte den Teil meiden und die schnelle Variante über die Bundesstrasse CA-3208 bevorzugen. Sie ist zwar in den Randzeiten und mittags stark befahren, aber ein baulich getrennter Radweg macht das kurze Stück, das mit Speed abwärts genommen wird, erträglich. Bald geht es im Kreisverkehr auf die kleinere CA-4202 und dann sofort auf die Carril del Palillero. Ein carril bezeichnet eine Spur auf einer grösseren carretera oder eine einspurige Strasse. Mit dem Verkehr ist es nun vorbei. Mehr als ein Traktor oder ein Anwohner begegnet dem ciclista nicht mehr. Wiesen blühen, Schafweiden werden passiert.

Unterwegs auf dem Carril del Palillero.

Unterwegs auf dem Carril del Palillero.

Nach dem Winterregen – die Costa de la Luz blüht auf.

Nach dem Winterregen – die Costa de la Luz blüht auf.

Nahe der Cala del Puntalejo, treffen die beiden Wegvarianten in einer Siedlung aufeinander. Nach einem kurzen Stück ist Schluss mit Asphalt, es geht auf die Piste und so Frühling ist, durch ein buntes Blumenmeer.

Nahe der Cala del Puntalejo – hier treffen die Wegvarianten aufeinander.

Nahe der Cala del Puntalejo – hier treffen die Wegvarianten aufeinander.

Durch aufgebrochene Felder und den ersten frühen Weizen, werden auf teils holprigen, mit langen Wellen versehenen Pisten, durch Äcker hindurch die Klippen angesteuert. Es kann Tempo gemacht werden. Der Spass am Mountainbike beginnt.

Die fruchtbaren Böden Andalusiens.

Die fruchtbaren Böden Andalusiens.

Der erste Weizen im April an der Costa de la Luz.

Der erste Weizen im April an der Costa de la Luz.

Auf die Klippen getroffen, beginnt der Küstenpfad. Voll in die Pedale, runter schalten und kurvig mit Speed den Faro de Cabo Roche vor Augen Richtung Cala del Aceite. An diesem weiter durch den Parkplatz und über Piste wieder ein kurzes Stück auf die CA-4202, hinunter in den Puerto de Conil und dann steil hinauf zum Leuchtturm.

Der Küstenpfad aus dem Süden zum Cabo Roche.

Der Küstenpfad aus dem Süden zum Cabo Roche.

Nach dem Winterregen – die Costa de la Luz blüht auf.

Nach dem Winterregen – die Costa de la Luz blüht auf.

Ab hier wieder auf den Küstenweg. Am Leuchtturm beginnt ein komfortabler Spazierweg hinüber bis zur Cala del Frailecillo. Unwegsamere Passagen sind über die gesamte Strecke holzbeplankt. So wird der Pfad zu einem Spazierweg, der auch mit dem Kinderwagen zu meistern ist. Menschen, die auf Gehilfen, einen Rollstuhl oder ähnliches angewiesen sind, können in Begleitung diese Strecke, zumindest teilweise, meistern. Auch wenn es erlaubt ist, sollte der Radfahrer die beplankten Passagen anderen überlassen und die Pfade und Pisten daneben nutzen. Das macht auch mehr Spass.

Der Pfad vom Cabo Roche zur Cala del Tio Juan Medina I.

Der Pfad vom Cabo Roche zur Cala del Tio Juan Medina I.

Die gesamte Passage vom Leuchtturm bis zur Siedlung am Cala del Frailecillo, ist vor allem im Frühling und im Herbst wunderschön. Im Winter ist sie spektakulär, wenn es stürmt, Starkregen nieder geht und der Atlantik tobt. Wetterfeste sollten sich dann auf diesem Weg aufmachen, aber Respektabstand von den Klippen halten, denn das ist die Zeit, an denen sie meist abbrechen. Ist das Wetter schön, sind die Küstenpfade ausgezeichnete Laufstrecken, bei Sonnenuntergang romantische Wege. Die Costa de la Luz ist zu jeder Jahreszeit schön. Es ist das besondere Licht und die Ursprünglichkeit, die in den Bann ziehen. Andalusien eben, über Jahrtausende heiss umkämpft, auf Grund der Bodenschätze, seiner reichen Natur, des Klimas aber auch seiner Schönheit wegen. ¡Andalucía, vamos a volver, seguro!

Der Küstenpfad vom Cabo Roche zur Cala Princesa Alejandra.

Der Küstenpfad vom Cabo Roche zur Cala Princesa Alejandra.

Nach dem Winterregen – die Costa de la Luz blüht auf.

Nach dem Winterregen – die Costa de la Luz blüht auf.

Nach dem Winterregen – die Costa de la Luz blüht auf.

Nach dem Winterregen – die Costa de la Luz blüht auf.

¡Cuidado – Vorsicht!

Der Atlantik ist keine Badewanne wie die Adria. Der Nordatlantik Strom zieht von den Azoren kommend an der iberischen Halbinsel vorbei, geht angetrieben vom Nordost Passat in den Kanaren Strom über, der südlich von diesen über den Kapverden in die Karibik abbiegt und final auf Amerika trifft. Wale nutzen den Strom, um sich nach Lateinamerika hinüber treiben zu lassen, Columbus nutze ihn und auch heute noch die grossen Frachter, um Brennstoff zu sparen. Der grosse Strom zieht stetig mit viel Energie an der Costa de la Luz vorbei. Besonders gefährlich wird er an Kaps. Die Strömung trifft auf ein Hindernis, wird komprimiert und beschleunigt sich so, der Venturi Effekt. Dazu kommen Ripp Curls, ins offene Meer ziehende Strömungen, die durch Unterwasserkanäle und Wellen erzeugt werden. Das alles kann für sich alleine oder als Gemisch zum tödlichen Cocktail für den besten Schwimmer werden. An gefährlichen Tagen, ist bereits hüfthohes Wasser riskant. Wer an einem Atlantikstrand baden geht, vor allem ohne socorro, sollte wissen, was er tut.

Weiter lesen.

Excursión Conil de la Frontera – an der Grenze zu den Mauren.

Navidad en Conil de la Frontera – Weihnachten an der Costa de la Luz.

Cabo de Trafalgar – Horizont und Leuchtturm.

Almadraba – Roter Thun aus Conil de la Frontera.

Tarifa – über den Punta de Gracia zum Playa del Cañuelo.

Excursión San Cristóbal de La Laguna – Streifzug San Cristóbal.

Excursión Santa Cruz – Streifzug Santa Cruz de Tenerife.

Architektur Expedition Barcelona – am bicicleta zu 15 bemerkenswerten Orten.

Temprano por la mañana – frühmorgens am Punta Umbría.

Bildnachweis.

Alle Bilder © Dr. Ingmar Köhler.

Referenzen.

*) Dr. Josef Nievoll, Geologe.

!Al final, como siempre: no promoción!

Und wie immer: Keine Werbung, keine Promotion, keine Zuwendungen oder Abmachungen welcher Art auch immer von und mit Dritten. ¡Viva España! ist ein Leuchtturm, der aus dem Nebel des Mainstreams ragt, ein Monument der Ratio, der aus eigener Kraft und ohne Interferenzen strahlt.

 

 

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